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Aufbau und Durchführung von Zugprüfungen

Beim Zugversuch werden mit einer Handwinde über ein in der Krone befestigtes Seil geringe quasi-statische Belastungen auf den Baum ausgeübt (Abb. 2). Während der Baum einer zunehmenden Last ausgesetzt wird, reagieren Stamm und Wurzelplatte mit geringfügigen Verformungen, die für das menschliche Auge unsichtbar bleiben, jedoch von hoch auflösenden Messgeräten erfasst werden können. Drei Messwerte werden kontinuierlich aufgezeichnet:

 

  • die auf den Baum einwirkende Kraft (F),
  • die Dehnung oder Stauchung der Randfasern im Stamm (ΔL) und
  • die Neigung der Wurzelplatte (Δβ).

Diese Messdaten können an beliebig vielen Messpositionen ermittelt, elektronisch gespeichert und an einem Computer überwacht werden. Hierzu werden ein elektronischer Kraftmesser (Dynamometer) und hochauflösende Dehnungs- bzw. Neigungssensoren(Elastometer und Inclinometer) eingesetzt (Abb.2).

Jeder Zugversuch wird bei vergleichsweise geringen Reaktionen des Baumes beendet. Durch die konstante Überwachung kann sichergestellt werden, dass alle entstandenen Verformungen reversibel sind und der untersuchte Baum in seiner tragenden Struktur undbiologischen Funktionsfähigkeit nicht beschädigt wird. Nach Beendigung des Zugversuchs kann mit Hilfe der gespeicherten Daten nachgewiesen werden, dass der Baum wieder in seine ursprüngliche Form und Position zurückgekehrt ist.

 

Abb. 2   Zugprüfung:            Schematischer Aufbau und Praxis